Weiterbildung in der Sportphysiotherapie: So entwickeln wir unser Team weiter

Samuel gibt Einblicke in seine Weiterbildung im Bereich der Rehabilitation nach lateralen (seitlichen) Sprunggelenksdistorsionen (Verstauchung des Knöchels, bei der Bänder überdehnen oder reissen) im Profifussball.

Medizin und Therapie entwickeln sich laufend weiter und mit ihnen auch unsere Arbeit bei PULSE AND BALANCE. Wer bei uns in Behandlung ist, soll von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und zeitgemässen Therapiemethoden profitieren. Deshalb fördern wir die regelmässige Weiterbildung unserer Mitarbeitenden sowie den fachlichen Austausch innerhalb des Teams.

Neue Erkenntnisse und praktische Impulse bleiben dabei nicht bei einer einzelnen Person: Sie werden ins Team eingebracht, gemeinsam diskutiert und fliessen, wo sinnvoll, direkt in unsere tägliche Arbeit ein.

Ein aktuelles Beispiel liefert unser Physiotherapeut Samuel Breu. Im Rahmen einer CAS-Weiterbildung an der SUPSI (Physiotherapie-Fachhochschule) in Landquart beschäftigte er sich intensiv mit neuen Erkenntnissen zur Rehabilitation nach Sprunggelenksverletzungen. In seinem Beitrag erzählt er, was er aus der Weiterbildung mitnimmt und weshalb ihn insbesondere der direkte Austausch mit einem der Studienautoren beeindruckt hat.

Weiterbildung mit direktem Einblick in aktuelle Forschung zur Rehabilitation nach Sprunggelenksverletzungen

Fortbildungen sind für mich besonders wertvoll, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse direkt von den Personen vermittelt werden, die sie selbst entwickelt haben. Genau diese Gelegenheit hatte ich bei der CAS-Weiterbildung an der SUPSI in Landquart, die von Zacharias Flore geleitet wurde. Ein besonderes Highlight war, dass er seine aktuelle Publikation «A Rehabilitation Algorithm After Lateral Ankle Sprains in Professional Football (Soccer): An Approach Based on Clinical Practice Guidelines» (2024) persönlich vorstellte und die Hintergründe ihrer Entwicklung erläuterte.

Die Studie beschäftigt sich mit der Rehabilitation nach lateralen (seitlichen) Sprunggelenksdistorsionen (Verstauchung des Knöchels, bei der Bänder überdehnen oder reissen) im Profifussball. Im Mittelpunkt steht ein kriteriumsorientierter Rehabilitationsalgorithmus, der den Fokus von einem rein zeitbasierten Vorgehen hin zu einer strukturierten, funktionsorientierten Entscheidungsfindung verlagert. Ziel ist es, Athletinnen und Athleten anhand objektiver klinischer Kriterien sicher und nachvollziehbar durch die einzelnen Rehabilitationsphasen bis zur Rückkehr in den Sport zu begleiten. Bis dahin gab es keine Studien zu diesem Thema. Man ging davon aus, dass nach abgeschlossener Wundheilung der verletzten Bandstrukturen, auch dessen Stabilität wieder gewährleistet ist. Dies war eine Falschannahme, da sich in der Praxis zeigte, dass es viel zu viele Re-Rupturen gab.

Besonders spannend war für mich, die wissenschaftlichen Inhalte nicht nur zu lesen, sondern direkt vom Autor erklärt zu bekommen. Die Diskussion der klinischen Hintergründe, der praktischen Umsetzung und der Herausforderungen im Spitzensport hat die Inhalte der Publikation greifbar gemacht und gezeigt, wie evidenzbasierte Rehabilitation im Alltag umgesetzt werden kann.

Ich nehme aus dieser Weiterbildung viele wertvolle Impulse für meine eigene therapeutische Arbeit mit. Sie hat mich darin bestärkt, klinische Entscheidungen konsequent an objektiven Kriterien auszurichten und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu integrieren. Solche Fortbildungen zeigen, wie wichtig der Austausch zwischen Forschung und klinischer Anwendung ist und wie beide Seiten voneinander profitieren.

Literatur: Flore Z, Hambly K, De Coninck K, Welsch G. A Rehabilitation Algorithm After Lateral Ankle Sprains in Professional Football (Soccer): An Approach Based on Clinical Practice Guidelines. International Journal of Sports Physical Therapy. 2024;19(7):910–922. https://doi.org/10.26603/001c.120205


Autor: Samuel Breu, Physiotherapeut